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Lehrgelegenheiten

Trotz Ihrer äußerst knapp bemessenen Zeit lehren Sie als PJ-Betreuer ständig:

  • Lehrvisite und Visite (Krankenzimmer, Kurvenvisite, Gespräche zwischen den Zimmern…),
  • am Krankenbett,
  • Arztzimmer, Telefonate mit Kollegen anderer Abteilungen, Dokumentation, Nachbesprechung der Visiten und Befunde,
  • Untersuchungsraum (vor, während, nach Untersuchung),
  • auf dem Weg zwischen zwei Aufgaben (vor der OP, vor der Visite, vor der Besprechung etc.),
  • OP (am Tisch, in den Pausen),
  • Ambulanz,
  • Teambesprechung (vor und nach),
  • Röntgenbesprechung (vor und nach),
  • Sprechzimmer (Lehrpraxis),
  • Haus-/Heimbesuche.

 

Die zentralen Lehrmethoden im Praktischen Jahr sind

  • Vorbild sein,
  • Studierende beaufsichtigen und Feedback geben.

Viele PJ-Betreuer wenden diese Techniken intuitiv an, ohne an ihre Lehrerrolle zu denken.

Um Sie bei Ihrer PJ-Betreuung zu unterstützen, haben wir im Folgenden Lehrmethoden zusammengestellt, deren Zeitaufwand überschaubar ist. Viele Methoden wurden für Kleingruppen entwickelt, aber sie bieten sich auch für die 1:1-Betreuung von PJ-Studierenden an. Der Zeitaufwand der Methoden hält sich jeweils in Grenzen.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorbildfunktion – Lernen am Modell

Die Studierenden lernen primär am Vorbild der Ärzte, die sie jeden Tag auf Station erleben. Sie suchen nach guten Rollenmodellen, an denen sie sich orientieren können.

Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass positive Rollenmodelle die Wahl der beruflichen Laufbahn von Studierenden direkt beeinflussen. Umgekehrt prägen negative Rollenmodelle das Bild eines Fachs.

 

Vorbild im klinischen Alltag

Wie setze ich das Wissen, ein Vorbild während meiner Arbeit zu sein, für die Ausbildung der PJ-Studierenden ein?

Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Dadurch, dass Ihnen bewusst ist, "beobachtet zu werden", können Sie den PJ-Studierenden durch "lautes Denken" (ich sage, was ich denke, während ich eine Handlung durchführe) an Ihren Überlegungen teilhaben lassen.
  • Sie können gezielt Aspekte Ihres Verhaltens mit dem Studierenden besprechen (Warum habe ich mich im Patientengespräch so verhalten?).
  • Wenn Ihnen ein Fehler unterläuft, wird der Studierende Ihren Umgang damit beobachten und evtl. kopieren. Indem Sie offen über Fehler sprechen, können Sie den Studierenden in die Klärung der Situation mit einbeziehen (Link zum Thema Lernen aus Fehlern).
  • Sie können den Studierenden gezielt beauftragen, Sie zu beobachten und dabei eine bestimmte Fragestellung zu bearbeiten.

 

Hidden Curriculum

  • Negatives Rollenverhalten taucht naturgemäß vor allem im „hidden curriculum“ auf (implizites Lernen an nicht spezifisch gewollten Lernsituationen in der erlebten Alltagsrealität).
  • Gefahr des impliziten „Negativ-Lernens" im "hidden curriculum": Es entsteht ein Konflikt zwischen (positiven) Lerninhalten und der im „hidden curriculum“ erlebten (negativen) Realität. Das im offiziellen Curriculum explizit gelernte positive Verhalten wird kompromittiert, abgewertet oder komplett entwertet.

Literatur/Quellen

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Visite

Die Visite ist eine zentrale Lehrgelegenheit im Praktischen Jahr. Deshalb sollte der PJ-Studierende auf jeden Fall an der Visite teilnehmen. Auch hier sollten Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst sein.

So lernt der Studierende während der Visite allein durch das Mitgehen u. a.

  • den Ablauf einer Visite kennen,
  • die Krankheitsbilder der Patienten auf der Station kennen,
  • welche Untersuchungen notwendig bzw. welche Therapiekonzepte möglich sind,
  • wie sich der Gesundheitszustand eines Patienten im Laufe des Aufenthalts entwickelt etc.,
  • wie Sie mit dem Patienten kommunizieren,
  • wie und was Sie mit dem Pflegepersonal besprechen.

 

Weitere Lehrmöglichkeiten rund um die Visite:

  • Erklären Sie dem Studierenden vor oder im Zimmer kurz ihre Entscheidungen (Untersuchung Z, weil … oder Therapie mit Medikament X in Dosierung Y, weil …).
  • Fragen Sie den Studierenden, welche weiteren diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen er vorschlagen und wie er sie begründen würde.
  • Wenn Sie etwas nicht wissen, sagen Sie es und zeigen Sie dem Studierenden, wo sie nach der entsprechenden Informationen suchen würden (Buch, Kollege, Internet …).
  • Denken Sie laut, damit der Studierende Ihre Handlungen nachvollziehen kann.
  • Fragen Sie den Studierenden nach seiner Meinung und diskutieren Sie das Für und Wider.
  • Weisen Sie den Studierenden in das Führen der Kurven ein (wer schreibt was und wo?).
  • Übertragen Sie dem Studierenden im Anschluss an die Visite Aufgaben, die sich während der Visite ergeben haben.
  • Lassen Sie den Studierenden einen Patienten vorstellen (nach Absprache mit dem Patienten).

Je nach Ausbildungsstand des Studierenden lassen sich die Aufgaben und Lehrmöglichkeiten rund um die Visite steigern. So kann man sich zu Beginn des Tertials vom Studierenden nur begleiten lassen und ihn durch "lautes Denken" an der Entscheidungsfindung teilhaben lassen. Nach einigen Wochen sollte der Studierende dann selbst Patienten vorstellen und mit Ihnen und dem Patienten zusammen die Diagnostik- und Behandlungsoptionen diskutieren.

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Unterricht am Krankenbett / Bedside-Teaching

Sie können die Methode des Unterrichts am Krankenbett (UaK) anwenden, um den Studierenden z.B. an den Standard der Anamnese, Fallvorstellung und Untersuchung heranzuführen oder Fertigkeiten (Spritze setzen, Magensonde legen etc.) zu vermitteln. Besonders geeignet ist hier die Neuaufnahme eines Patienten.

In der Regel ist den PJ-Studierenden das Format UaK aus dem klinischen Studiums bereits vertraut.

 

Ablauf

Vorbereitung durch den Betreuer

  • Vorwissen des/der Studierenden erheben.
  • Lernziele der Bedside-Teaching-Einheit festlegen.
  • "Drehbuch" für Lerneinheit entwickeln (Schwerpunkte, spezifische Aspekte, Hauptthema, didaktische Umsetzung, Patientenauswahl, Zeitplanung).
  • Patienten aufklären und die Bereitschaft zur Teilnahme erfragen.
  • Rolle des/der Studierenden planen (vor allem wenn es mehrere sind: Wer macht was? Rollenzuweisung, Teamregeln, Erwartungen, Lernziele).

Einführung für den Studierenden

  • Lernziele, Abläufe und Erwartungen erklären.
  • Rollen zuweisen (Beobachter, "Arzt", …).

Am Patientenbett

  • Begrüßung und Vorstellen von Patienten und Studierenden.
  • Durchführung der Aufgabe (Lernziele) entweder durch den Studierenden oder durch den PJ-Betreuer.
  • Feedback während der Durchführung geben.
  • Am Ende des Patientenkontakts eine strukturierte Zusammenfassung geben.
  • Patient erhält die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Feedback zu geben.

Abschlussbesprechung außerhalb des Patientenzimmers

  • Unklarheiten beseitigen, besondere Aspekte noch einmal aufgreifen und ggf. Literaturtipps geben.
  • Zeitnahes, konkretes, strukturiertes Feedback zu Stärken und Schwächen des Studierenden mit daraus abgeleiteten Empfehlungen.
  • Studentische Selbstreflexion des Patientenkontakts anregen. 

 

 Vorteile

  • Guter Theorie-Praxis-Transfer.
  • Während des UaK lassen sich – wenn zeitlich möglich – auch andere medizinische Berufsgruppen (Pflegekräfte, Physiotherapie, …) mit einbeziehen.

 

Nachteile

  • Sehr zeitintensive Vorbereitung.
  • Manchmal keine geeigneten Patienten vorhanden.

Literatur/Quellen

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Lehrgelegenheiten im Operationssaal

Wenn man an die typische Aufgabe der PJ-Studierenden im Operationssaal denkt, fällt einem "Haken halten" zuerst ein. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, dem Studierenden ohne großen Aufwand etwas zu vermitteln.

 

Rund um den Operationssaal

Machen Sie den Studierenden vor dessen erstem Einsatz mit den Räumlichkeiten rund um den OP vertraut. Dazu gehören:

  • Räumlichkeiten und Geräte,
  • eine erneute Einweisung zur Hygiene (Waschen, OP-Kleidung anlegen, Handschuhe steril anziehen…) und
  • eine kurze Darstellung eines "Standardoperationsablaufs" (wer ist wann für was zuständig?).

Wenn möglich, bitten Sie die/den Operationsschwester/-pfleger um Mithilfe: Sie/er könnte beispielsweise dem Studierenden die einzelnen Gerätschaften und Instrumente im Operationssaal erklären.

 

Vor Operationsbeginn

Auch hier könnte die/der Operationsschwester/-pfleger mithelfen; sie könnte zusammen mit dem Studierenden den Operationssaal vorbereiten. So bekommt er einen Einblick in die Routine vor Beginn der Operation. Wenn Sie wissen, bei welchen Operationen der Studierende teilnehmen wird:

  • Geben Sie dem Studierenden vor der Operation die Möglichkeit, die Patientenunterlagen durchzusehen.
  • Sprechen Sie mit dem Studierenden anhand eines Operationsberichts die einzelnen Operationsschritte vorher durch. So kann er die Schritte bei der Operation nachvollziehen und benötigt nicht unbedingt Erklärungen durch den Operateur.
  • Lassen Sie den Studierenden die anatomischen Grundlagen der Operation wiederholen, damit er die Strukturen während der Operation erkennen und einordnen kann.

 

Im Operationssaal

Lassen Sie den Studierenden bei der Patientenlagerung (in Absprache mit den anderen Teammitgliedern) helfen.

Beginnen Sie die Operation mit dem üblichen Team-Time-Out (gutes Beispiel für Qualitätssicherung und Patientensicherheit; Vorbild)

Wenn es sich bei dem Eingriff um eine einfache Operation handelt, bei der Sie, ohne den Operationsablauf und damit den Patienten zu gefährden, reden und erklären können, denken Sie laut, damit der Studierende die einzelnen OP-Schritte nachvollziehen kann.

Die Konzentration des Operateurs ist höher, wenn er nur zielgerichtet Anweisungen gibt und ansonsten nicht spricht. Deshalb gibt es viele Operationen, in denen wenig bis gar nicht gesprochen wird. Trotzdem können auch hier die Studierenden eingebunden werden. Sie können ihm vor Beginn der Operation z.B. folgenden Aufgaben stellen:

  • Wenn er beim Haken halten das Operationsfeld einsehen kann, dann sollte er versuchen, die Operationsschritte, die Sie vor der Operation durchgesprochen haben, nachzuvollziehen und sich Fragen dazu zu merken.
  • Sagen Sie ihm, er soll einen bestimmten Bereich der Operation besonders im Blick behalten: die Kommunikation zwischen den Beteiligten und den dazu entsprechenden Ablauf, die Anästhesie und deren Mitteilungen, …

Nach einigen Wochen kann der PJ-Studierende je nach Ausbildungs- und Fertigkeitenstand bei einfachen Operationen Aufgaben übernehmen. Dabei liegt die Auswahl der Aufgaben bei Ihnen (steril Abwaschen, Hautnaht,…).

 

Nach der Operation

Erklären Sie dem Studierenden das postoperative Prozedere. Ein fortgeschrittener PJ-Studierender sollte Ihnen das postoperative Prozedere erklären können (s. Lernziele im Logbuch).

Erklären Sie dem PJ-Studierenden die Aufgaben im Aufwachraum. Eventuell kann er – je nach Ausbildungs- und Fertigkeitenstand – hier Aufgaben übernehmen.

Lassen Sie den Operationsbericht von dem PJ-Studierenden vorschreiben, um zu schauen, ob er alle Operationsschritte wahrgenommen hat.

Besprechen Sie mit dem Studierenden die Operation und etwaige Aufgaben nach:

  • Konnte er dem Operationsverlauf  folgen? Gibt es Fragen zum Ablauf?
  • Wenn es Komplikationen gab: warum haben Sie als Operateur so gehandelt, wie sie es getan haben, welche Möglichkeiten hätte es gegeben? Warum ist es dazu gekommen?

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Patientenvorstellung

Die Patientenvorstellung ist ein wichtiger Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit und zudem Teil der mündlich-praktischen M3-Prüfung. Zum Ende des PJ sollten die Studierenden in der Lage sein, einen Patienten in maximal 30 min zu befragen, zu untersuchen und die Ergebnisse auf dem Anamnesebogen zu dokumentieren. In der mündlich-praktischen Prüfung hat der Studierende insgesamt 3 Stunden für Anamnese, körperliche Untersuchung und Berichterstellung zur Verfügung.

Für eine strukturierte Patientenvorstellung bieten sich die Methoden One Minute Preceptor und SNAPPS an.

 

One Minute Preceptor

Zeitaufwand: etwa 5 Minuten.

Ablauf

Der One Minute Preceptor besteht aus folgenden 5 Schritten:

  • Verlange Festlegung auf 1 Diagnose!
    Der Studierende soll sich nach der Untersuchung für eine Diagnose entscheiden.
  • Fordere unterstützende Belege!
    Dazu zählt er die unterstützenden Symptome/Belege auf.
  • Verstärke das richtige Verhalten!
    Ab hier greift der PJ-Betreuer aktiv ein und verstärkt das richtige Verhalten: "Sie haben die Laborergebnisse richtig interpretiert."
  • Korrigiere Fehler und Versäumnisse!
    "An Ihrer Stelle hätte ich noch eine Sonographie gemacht, um die Diagnose zu bestätigen."
  • Lehre generelle Prinzipien!
    "Bei einem Patienten mit diesen Symptomen empfiehlt es sich, immer gleich eine Sonographie zu machen und Blut fürs Labor abzunehmen."

Vorteil

Die Methode vermittelt in kurzer Zeit dem Studierenden ärztliches Vorgehen. Positives Verhalten des Studierenden wird verstärkt.

Link zum Leitfaden One Minute Preceptor für die Kitteltasche

Literatur/Quelle

 

SNAPPS 

Zeitaufwand: etwa 10 Minuten.

Ablauf

Die Abkürzung SNAPPS steht für:

  • Summarize the case.
    Der PJ-Studierende fasst den Fall kurz zusammen.
  • Narrow the differential.
    Er grenzt die Differenzialdiagnosen ein (nicht mehr als 3!).
  • Analyze the differential.
    Er analysiert die Differenzialdiagnosen anhand der vorliegenden Befunde.
  • Probe the preceptor.
    Er klärt offene Fragen mit dem PJ-Betreuer.
  • Plan management.
    Er plant das Therapiemanagement.
  • Select an issue for self directed learning.
    Sollten sich bei der Bearbeitung des Falls Lücken aufgetan haben, können diese nun besprochen werden bzw. angeregt werden, diese im Selbststudium zu schließen.

Vorteile

  •  Berücksichtigt man als Studierender diese sechs Punkte bei der Patientenvorstellung, so hat man in kürzester Zeit den Patienten vorgestellt, ohne Wesentliches vergessen zu haben. Gleichzeitig ist es eine gute Übung für die mündlich-praktische M3-Prüfung.
  •  Der Studierende erkennt, wo er Lücken hat, und kann sie schließen.
  • Der PJ-Betreuer bekommt in kürzester Zeit eine strukturierte Patientenvorstellung vom PJ-Studierenden.

Link zum Leitfaden SNAPPS für die Kitteltasche

Literatur/Quellen

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Erweiterung des klinischen Wissens

Im klinischen Alltag ergeben sich immer wieder Gelegenheiten für eine kurze Wissensüberprüfung oder Reflexion.

 

Exploratives Fragen

Fragen zu stellen und gestellt zu bekommen, ist dabei die einfachste Möglichkeit. Der Einsatz von Fragen hat mehrere Funktionen:

  • Durch Fragen beziehen Sie den PJ-Studierenden in den Arbeitsablauf mit ein.
  • Die Antworten auf die Fragen zeigen Ihnen den Wissensstand Ihres PJ-Studierenden.
  • Durch das Beantworten von Fragen können Sie den Studierenden an eine bestimmte Herangehensweise ("clinical reasoning") heranführen.
  • Sie können den Studierenden durch Fragen dazu ermutigen, eine bestimmte Situation zu reflektieren.

Tipps zur Fragetechnik:

  • Bauen Sie das Gespräch in logischer Reihenfolge auf.
    Selbst wenn es Ihnen um die Therapiemaßnahmen geht, lassen Sie sich kurz den Patienten und die vorliegenden Befunde vorstellen, um dann gezielt die Therapiemaßnahmen anzusprechen.
  • Stellen Sie offene Fragen.
    "Nachdem wir die vorliegenden Befunde des Patienten und seine Krankengeschichte besprochen haben, welches weitere Vorgehen schlagen Sie vor?"
  • Fragen Sie weiter, bis der Studierende alle Einzelheiten genannt hat.
  • Lassen Sie dem PJ-Studierenden genug Zeit, um zu antworten.
    Wenn Sie 3 bis 5 Sekunden warten, geben Sie dem Studierenden die Zeit, eine Antwort zu formulieren. Dies führt in der Regel zu besseren Antworten und ggf. zu mehr Rückfragen durch den Studierenden.
  • Vermeiden Sie Fragen, die mit Ja/Nein oder einem Wort beantwortet werden können.
    "Hat der Patient Fieber?"
  • Vermeiden Sie Suggestivfragen.
    "Meinen Sie nicht, dass der Patient noch xy benötigt?"
  • Hinterfragen Sie die Antworten der Studierenden.
    "Warum sind Sie der Meinung, dass …"

Fragen des PJ-Studierenden

  • Zeigen Sie dem Studierenden, dass seine Fragen willkommen sind und Sie sie gerne beantworten.
  • Nehmen Sie alle Fragen ernst.
  • Passen Sie sich in Ihrer Antwort dem  Wissensstand des  Studierenden an.
  • Wenn es Zeiträume gibt, in denen Sie keine Fragen beantworten können oder möchten, z.B. am Krankenbett oder während der OP, dann sagen Sie dies dem PJ-Studierenden und geben ihm Alternativtermine, an denen er die Fragen stellen kann (oder Sie "spielen Karten", s.u.)
  • Wenn Sie etwas nicht wissen, sagen Sie es und zeigen Sie dem Studierenden, auf welchem Weg die Frage beantwortet werden kann (Entscheidung des Vorgesetzten, Nachschlagen, Kollegen fragen usw.)
  • Manchmal bietet es sich an, die Beantwortung einer Frage an einen "Fachmann" zu delegieren. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten beispielsweise Fragen zum Operationsinstrumentarium vor der Operation durch die Operationsschwester beantwortet werden.

Literatur/Quellen

 

Playing Cards

Wenn Sie den Studierenden ermutigen möchten, die für ihn offenen Fragen zu stellen, aber keine Zeit für die sofortige Beantwortung haben, "spielen Sie Karten":

Zeitaufwand: je nach Fragenkomplexität zwischen 5 und 30 Minuten.

Methode

Am Wochenanfang geben Sie dem PJ-Studierenden drei Karteikarten mit der Aufgabe, drei Fragen zu notieren, die sich für ihn während der Woche ergeben (1 Frage pro Karteikarte). Am Ende der Woche setzen Sie sich mit dem PJ-Studierenden zusammen und schauen sich die drei Fragen gemeinsam an. Fragen, die sich durch eine gezielte Lektüre klären lassen, können Sie an den Studierenden mit dem Hinweis auf die geeignete Literatur zurückgeben. Die anderen Fragen beantworten Sie. Die Antworten werden auf die Karteikartenrückseite geschrieben. Die Karteikarten kann der Studierende ggf. zur Prüfungsvorbereitung nutzen.

Vorteile

  •   Der Studierende wird nur die drei Fragen notieren, die er sich selbst im Laufe der Woche nicht beantworten kann. Bisweilen erledigt sich eine Frage im Laufe der Woche.
  • Der Zeitpunkt für die Beantwortung wird vorher festgesetzt, man hat etwas mehr Ruhe bei der Beantwortung als zwischen Tür und Angel.
  • Sie sehen anhand der gestellten Fragen, wie der Wissensstand Ihres PJ-Studierenden ist.

Nachteile

  •  Der Studierende traut sich evtl. nicht, für ihn wichtigen Fragen zu stellen um sich keine Blöße zu geben.
  • Wenn man es in einer Woche nicht schafft, die Fragen zu beantworten, sammeln sich die Karten und der Zeitaufwand steigt.

Literatur/Quellen

 

Berichte schreiben

Dokumentation und Qualitätssicherung spielen im Alltag des Arztes eine große Rolle und sind für die Studierenden prüfungsrelevant (Patientenbericht im M3). Daher sollte der PJ-Studierende im Laufe des PJ alle Berichtsformen kennengelernt haben (Arztbrief, Übergabeberichte, Operationsbericht, Konsilanforderungen). Je nach Abteilung ist die Erstellung einer gewissen Anzahl von Berichten im Logbuch verpflichtend vorgesehen. In der Regel werden die Berichte im krankenhauseigenen Computerprogramm nach einem vorgegebenen Schema erstellt.

Diese oft als lästig empfundene Aufgabe bietet auch Lernmöglichkeiten:

  • Der Studierende muss zum Schreiben eines Briefs den gesamten Patientenfall überblicken und verstanden haben. Das Gleiche gilt für den Operationsbericht. Wenn der Studierende den Brief/den Bericht selbstständig verfasst, lassen sich daraus Rückschlüsse auf seinen Wissenstand ziehen.
  • Der Studierende lernt, alle wichtigen Informationen zu einem Patienten in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen.
  • Beim Anfordern eines Konsils muss der Studierende die für den Konsiliararzt wichtigen Fakten zusammenstellen und eine klare Fragestellung formulieren.
  • Durch die Arbeit im Computersystem des jeweiligen Krankenhauses bekommt der Studierende einen Einblick in die Verwaltungsstrukturen.

Vorgehen

Zeigen Sie dem Studierenden anfangs, welche Informationen im jeweiligen Bericht enthalten sein müssen und welche Schritte er bei der Erstellung beachten muss. Dann können Sie ihn die Berichte ganz oder in Teilen vorformulieren lassen.

Im Anschluss korrigieren und besprechen Sie die Berichte. Falls Ihr System alle angefangenen Berichte automatisch speichert, wäre es evtl. sinnvoll eine Word-Vorlage zu erstellen und dort die Berichte vorschreiben zu lassen.

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Lernen aus Fehlern

Fehler passieren selbstverständlich im medizinischen Umfeld genauso wie an anderer Stelle; sie offen anzusprechen ist aber immer noch heikel. Der Umgang mit Fehlern ist sehr unterschiedlich, vom Ignorieren des Fehlers bis hin zur Aufarbeitung und Änderung von Abläufen.

Da man aus Fehlern lernen kann, sind hier einige Situationen exemplarisch aufgeführt:

 

Beispiel 1: PJ-Studierender macht einen Fehler

  • Wenn der PJ-Studierende einen Fehler in Ihrer Anwesenheit macht, korrigieren Sie ihn in angemessener Art und Weise.
  • Wenn der PJ-Studierende einen Fehler macht und Ihnen davon berichtet, loben Sie seine Aufrichtigkeit und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung bzw. zeigen Sie ihm, wie es richtig geht.
  • Wenn Ihnen Dritte von einem Fehler des PJ-Studierenden erzählen, fragen Sie den PJ-Studierenden direkt und lassen sich seine Sicht schildern. Besprechen Sie eine mögliche Lösung bzw. zeigen Sie ihm, wie es richtig geht.

 

Beispiel 2: PJ-Betreuer macht einen Fehler

Angenommen, es handelt sich um einen Fehler während der körperlichen Untersuchung. Sie haben einen Untersuchungsschritt fehlerhaft ausgeführt, da Sie durch andere Umstände abgelenkt waren. Wenn Ihnen auffällt, dass Sie einen Fehler gemacht haben, gibt es die folgenden Möglichkeiten:

  • Sie sagen, dass Sie etwas vergessen haben, wiederholen es und erklären dem Studierenden (und dem anwesenden Patienten), warum es wichtig ist, diesen Untersuchungsschritt auszuführen.
  • Sie sagen, dass Sie etwas vergessen haben und lassen den Studierenden erklären, was vergessen wurde und warum es wichtig ist.

 

Beispiel 3: andere Teammitglieder haben einen Fehler gemacht

Wenn Sie oder der PJ-Studierende einen Fehler bemerken, thematisieren Sie ihn. Sprechen Sie den Fehler beim Verursacher an.

 

Beispiel 4: Kommunikationsfehler

Dadurch, dass sich in der Regel viele Personen um das Wohlergehen eines Patienten kümmern, kann es leicht zu Missverständnissen kommen, etwa wenn z.B. Anweisungen nicht eindeutig formuliert und schriftlich dokumentiert werden (z.B. fehlerhafte Dosierung, fehlende Informationen auf Konsilen, …). Eine gute und zielgerichtete Kommunikation untereinander ist daher entscheidend.

 

Beispiel 5: Ein Organisationsfehler liegt vor

Wenn ein Organisationsfehler auffällt (z.B. während einer OP fehlt ein wichtiges Instrument), dann sollte dieser bei der nächstmöglichen Teambesprechung angesprochen und nach einer Lösung gesucht werden.

 

Die folgenden Punkte können helfen, PJ-Studierenden einen guten Umgang mit Fehlern zu vermitteln:

  • Reagieren Sie auf Fehler immer sofort.
  • Fördern Sie einen offenen Umgang mit Fehlern.
  • Unterstützen Sie denjenigen, der einen Fehler meldet (auch, wenn er ihn selbst begangen hat).
  • Reagieren Sie angemessen auf einen Fehler (und bleiben Sie sachlich).
  • Wenn ein Fehler passiert ist und der Studierende ihn nicht gesehen hat, fragen Sie ihn danach oder weisen Sie ihn darauf hin. Fragen Sie ihn, warum er ihn nicht wahrgenommen hat.
  • Suchen Sie Lösungsmöglichkeiten bzw. erklären Sie den richtigen Handlungsweg.
  • Es passieren Fehler, ohne dass man es wollte, z.B. im Laufe einer Operation. Besprechen Sie mit dem PJ-Studierenden die Operation und weisen Sie ihn – wenn er ihn nicht selbst wahrgenommen hat – darauf hin und erklären Sie ihm, warum dieser Fehler passierte.
  • Wenn Sie selbst einen Fehler machen, sagen Sie es bzw. lassen Sie es sich von anderen sagen. Ziehen Sie Konsequenzen aus den Fehlern und lassen Sie den Studierenden durch "lautes Denken" an Ihren Überlegungen teilhaben.
  • Wenn Sie etwas nicht wissen oder etwas nicht können, ziehen Sie Kollegen zur Rate.
  • Schlagen Sie etwas nach, wenn es Ihnen nicht bekannt ist, und verraten Sie dem Studierenden, wie Sie die Information gefunden haben.
  • Wenn Sie den PJ-Studierenden auf einen (typischen) Fehler hinweisen möchten, können Sie auch bewusst den Fehler in eine Demonstration einbauen und anschließend besprechen.

Literatur/Quellen

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Training praktischer Fertigkeiten

Die Studierenden haben im klinischen Studium bereits viele praktische Fertigkeiten geübt und trainiert. Diese sollen nun durch häufiges Ausführen in Routine übergehen und noch bestehende Lücken geschlossen werden.

 

Peyton-Methode

Die Peyton-Methode, benannt nach J. W. Rodney Peyton (www.jwrodneypeyton.com/), ist eine international häufig angewandte Methode zum Vermitteln und Lehren klinischer Fertigkeiten. Zunächst war sie für die 1:1-Situation im OP gedacht, eignet sich aber auch für Kleingruppen (2-6 Personen).

Zeitaufwand: etwa 20 Minuten

Ablauf

Sie funktioniert in 4 Schritten:

  • Dozent macht - in gewohnter Schnelligkeit - die Fertigkeit einmal vor. Die Handlung wird nicht kommentiert.
  • Dozent wiederholt die Handlung langsam und erklärt exakt jeden der einzelnen Schritte.
  • Dozent lässt sich die Schritte exakt von einem Studierenden erklären und führt die Schritte Stück für Stück nach den Anweisungen des Studierenden aus.
  • Studierender führt die Fertigkeit unter Supervision selbst durch.

Die Abfolge der vier Schritte soll zum einen die Nachhaltigkeit des Erlernten, zum anderen die Genauigkeit der Übertragung des Wissens von Dozent auf den Studierenden sichern. Besonders Schritt 3 deckt Fehler auf, die dann sofort besprochen und korrigiert werden können.

Literatur/Quellen

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Feedback

Das Kernelement der PJ-Ausbildung ist die persönliche Rückmeldung (Feedback) des PJ-Betreuers an seinen PJ-Studierenden. Deshalb werden diese Techniken in den PJ-Betreuertrainings explizit thematisiert.

 

Feedback formulieren

Bei Feedback sollten die folgenden Regeln berücksichtigt werden:

  • Sachbezogen formulieren (mit konkretem Bezug auf eine Situation/Beobachtung).
  • Zuerst die positiven Aspekte ansprechen („Sehr gut fand ich…“), erst im Anschluss auf die negativen Punkte eingehen.
  • Subjektiv formulieren („Ich finde, dass…“, „Aus meiner Sicht…“, „Mein Eindruck war…“).
  • Feedback sollte nachprüfbar und sachlich richtig sein.
  • Feedback sollte nur einzelne Punkte umfassen und nicht mehr, als der Empfänger verarbeiten kann.
  • Wertende, die Person infrage stellende Kommentare vermeiden („Sie fangen das Ganze falsch an…“).
  • Worte wie „immer“ und „nie“ sind zu vermeiden.
  • Persönliche Angriffe vermeiden.
  • Feedback zu einem Verhalten sollte nur dann gegeben werden, wenn der Empfänger dieses auch ändern bzw. beeinflussen kann, bzw. wenn es hilft, eine Reaktion/ Situation besser zu verstehen.

 

Feedback auf Station, im OP und in der Praxis

  • Es werden einzelne konkrete Situationen angesprochen (s. auch arbeitsplatzbasierte Rückmeldung).
  • Feedback wird in der Regel durch den PJ-Betreuer gegeben.
  • Rückmeldung kann auch durch andere anwesende Personen erfolgen, wenn es notwendig ist, z.B. durch Pflegende bei mangelnder Desinfektion bei infektiösem Patienten.
  • Das Feedback (auch für positives Verhalten) sollte zeitnah erfolgen, da der Empfänger dann die angesprochene Situation noch besser vor Augen hat.

 

Feedback im Zwischen- und Abschlussgespräch

Diese Gespräche mit dem PJ-Studierenden haben das Ziel, zur Weiterentwicklung der Kompetenzen des Studierenden und Verbesserung der fachbezogenen PJ-Ausbildung beizutragen.

Zwischengespräch. Das Zwischengespräch findet idealerweise in der Mitte des Tertials statt. Themen sind der Stand der Ausbildung und etwaige aufgetretene Probleme oder Hindernisse.
Feedback erfolgt in einem solchen Rahmen zwar nicht zeitnah, gibt aber dennoch wichtige Impulse zur weiteren Entwicklung des PJ-Studierenden. Um die Gespräche zu strukturieren und konkrete Anknüpfungspunkte zu haben, können Sie auf Clinical-Encounter-Card-Ergebnisse, DOPS oder Mini-CEX zurückgreifen.

Link zum Leitfaden Zwischengespräch

Abschlussgespräch. Geben Sie dem Studierenden im Abschlussgespräch ein Feedback zu seinem Verhalten während des gesamten Tertials. Wie war die Zusammenarbeit im Team, sein Auftreten gegenüber den Patienten, wie viel Verantwortung hat er gezeigt, wo sehen Sie noch Defizite…. Um den Studierenden einschätzen zu können, können Sie vorher die anderen Teammitglieder befragen (360°-Feedback, s.u.).

Link zum Leitfaden Abschlussgespräch

 

360°-Feedback

Unter 360°-Feedback wird eine Rückmeldung von vielen Personen verstanden, die auf unterschiedlichen Ebenen mit der Person, die das Feedback erhalten soll, zusammengearbeitet haben. Im Falle des PJ-Studierenden sind dies beispielsweise

  • PJ-Betreuer
  • Oberarzt
  • Pflegekräfte
  • Patient(en)

Das Feedback kann entweder durch den Studierenden selbst eingeholt werden oder der PJ-Betreuer fragt die entsprechenden Personen und gibt dem Studierenden im Abschlussgespräch das zusammengetragene Feedback weiter.

Themen, die sich für das 360°-Feedback besonders gut eignen, sind:

  • Kollegialität
  • Kommunikation
  • Professionalität

Vorteile

Da die Sichtweisen der verschiedenen Personen unterschiedlich sind und sich das Verhalten des Studierenden je nach Personengruppe unterscheiden kann, ergibt das 360°-Feedback ein vollständigeres Bild für die Rückmeldung an den Studierenden.

Literatur/Quellen

 

Betreuer evaluiert den PJ-Studierenden

In der Regel erfolgt am Ende eines Ausbildungsabschnitts die Evaluation des Lehrenden durch die Studierenden. In diesem Fall geht es um die umgekehrte Variante. Der PJ-Betreuer evaluiert den Studierenden:

Vorteil

Die Evaluation kann dem PJ-Betreuer im Abschlussgespräch als Leitfaden dienen, um Stärken und Schwächen im Verhalten des PJ-Studierenden zu thematisieren.

 

Selbstreflexion des Studierenden

Vor dem Abschlussgespräch soll sich der Studierende anhand folgender Fragen selbst einschätzen:

  • In welchen ärztlichen Tätigkeiten fühle ich mich sicher?
  • Was bereitet mir noch  Schwierigkeiten?
  • Welche Rolle habe ich in dem Team eingenommen?
  • Welche Situation war für mich am schwierigsten und wie bin ich damit umgegangen?
  • Was hat mir am meisten Freude bereitet?

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Arbeitsplatzbasierte Rückmeldungen

Der PJ-Studierende lernt durch die unmittelbare, direkte Rückmeldung seines Betreuers zu seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten sehr viel. Dadurch

  • nimmt er Wissenslücken wahr,
  • kann er Fehler korrigieren und
  • bekommt er sein Verhalten gegenüber Patienten und dem Team gespiegelt.

PJ-Studierende schätzen deshalb Rückmeldungen (Feedback) sehr. Für ein strukturiertes Feedback bzw. eine strukturierte Rückmeldung bieten sich die folgenden Methoden an:

 

Clinical Encounter Cards

Gerade wenn die Betreuer des Studierenden häufig wechseln und/oder der Studierende mit unterschiedlichen Personen zusammenarbeitet, ist diese Methode gut geeignet.

Zeitaufwand: etwa 15 bis 20 Minuten

Aufbau der "Clinical Encounter Card" (CEC): Aufgabenbeschreibung plus Checkliste für die graduierte Bewertung durch einen Arzt

Ziel: der Studierende soll schriftliches und mündliches Feedback zu spezifischen Aspekten seiner klinischen Fähigkeiten von unterschiedlichen Personen einholen

Vorarbeit: bestimmte Tätigkeiten, die der Studierende übernehmen wird, (z.B. Aufnahme eines Patienten) werden durch die PJ-Betreuer eines Fachbereichs festgelegt und ein standardisiertes Vorgehen erstellt

Durchführung: Jeder Studierende erhält pro Ausbildungsabschnitt eine bestimmte Anzahl der CEC mit unterschiedlichen Tätigkeiten und führt diese im Laufe seines Tertials in Anwesenheit von unterschiedlichen Ärzten aus.

Auswertung: Die CEC zu einer Tätigkeit werden zusammengefasst und die Ergebnisse ins Logbuch übertragen. Die Karten werden im (Zwischen-)Gespräch mit dem Betreuer durchgesehen und besprochen.

Vorteile

  • Sie können in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden.
  • Sie können angepasst an die Arbeitssituation abgearbeitet werden.
  • Es müssen keine festen Termine vereinbart werden.
  • Rückmeldung/Feedback von unterschiedlichen Ärzten (weniger zeitintensiv für den einzelnen Arzt).
  • Der Studierende entscheidet, wann eine Bewertung gut genug ist und er die CEC abgibt
  • Studierende schätzen den Einsatz der CEC [Ozuah 2007].

Literatur/Quellen

 

Direct Observation of Procedural Skills (DOPS)

Eine weitere Methode, um Rückmeldung zu geben und den Ausbildungsstand zu bestimmen, ist die "direct observation of procedural skills", kurz DOPS.

Zeitaufwand: je nach zu observierender Handlung wenige Minuten

Ablauf

Hier führt der Studierende eine Handlung unter Supervision durch, die danach vom beobachtenden Arzt kommentiert wird. Die Methode findet vor allem bei klar definierten Prozeduren ‑ wie z.B. arterieller Blutentnahme, korrekte Beatmung, IV-Infusion etc. ‑ Anwendung.

Die Beobachtung findet anhand einer Checkliste statt, auf der vorab festgelegt wird, welche Teile der Handlung wie bewertet werden sollen.

Vorteil

Aufgrund der Checkliste können verschiedene Personen (Ärzte, Pflegekräfte, …), die die zu beurteilende Prozedur ausreichend beherrschen, die Studierenden bewerten.

Nachteil

Um reliabel zu sein, muss auch diese Beobachtung wiederholt durchgeführt werden.

Literatur/Quellen

 

Mini-Clinical Evaluation Exercise (Mini-CEX)

Der Mini-CEX ist eine Form der Überprüfung von klinisch-praktischen Fertigkeiten. Hier beobachtet der PJ-Betreuer einen PJ-Studierenden bei einer vorher festgelegten Prozedur, z. B. bei der Patientenanamnese oder körperlichen Untersuchung. Danach befragt er ihn zur Diagnostik oder zu therapeutischen Entscheidungen.

Zeitaufwand: etwa 15 bis 20 Minuten

Ablauf

  • Vorbesprechung des Ablaufs vor Kontakt mit dem Patienten/Angehörigen.
  • Reales Gespräch oder Untersuchung mit Patient oder Angehörigen.
  • Dabei bewertet der PJ-Betreuer auf einem standardisierten Rückmeldebogen, wie gut der Studierende mit den Aufgaben zurechtkommt. Der PJ-Betreuer schätzt auch ein, wie schwierig der Patientenfall war.
  • Nachbesprechung unmittelbar anschließend mit Zielformulierung.

Vorteil

  • Standardisiertes, valides, reliables Verfahren

Literatur/Quellen

 

Mini-Examina zur Selbstkontrolle

Zeitaufwand: ja nach Fall

Ablauf

Zur Überprüfung des Lernfortschritts stellt der PJ-Studierende einen Patient vor und wird dazu von seinem Betreuer befragt. Die Fragen sollten dem Schwierigkeitsgrad der ärztlichen M3-Prüfung entsprechen.

Vorteil

Diese Fallvorstellung motiviert die Studierenden, sich selbständig um Lernfortschritte zu bemühen und bereitet sie gleichzeitig auf die bevorstehende Situation im 3. Abschnitt der ärztlichen Prüfung (M3) vor.

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